Die Volleyballerschulter: Verletzungen und Überlastungen bei Überkopfsportarten

Die Volleyballerschulter: Verletzungen und Überlastungen bei Überkopfsportarten

Seit mehr als zwei Jahren betreut die sportorthopädische Praxis Dr. Lutz das Volleyball Bundesligateam des VfB Suhl LOTTO Thüringen. Bei sogenannten Überkopfsportarten gibt es das typische Verletzungsmuster der „Volleyballerschulter“. Zu Ursachen, Diagnose und Behandlungsmöglichkeiten erläutert Dr. Gerald Lutz nachfolgend.

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Der Begriff „Volleyballerschulter“ klingt einfach - ist dieses Verletzungsmuster so leicht zu erklären?

Bei der Schulter handelt es sich um das Gelenk im Körper mit der größten Bewegungsfreiheit. Obwohl die Gelenkpfanne relativ klein ist, sichern Muskeln, Sehnen, Bänder sowie eine Knorpellippe (Gelenkpfanne) die Stabilität des Gelenkes. Betrachtet man den Aufbau der Schulter, erkennt man, dass Sehnen zwischen dem Schulterdach und dem Oberarmkopf verlaufen. Bei Bewegungen des Armes nach oben entsteht dabei eine Komprimierung. Je häufiger und schneller dies passiert, desto höher ist die Belastung. Aus diesem Grunde werden Verletzungen der Sehnen und Knorpellippe unterhalb des Schulterdaches häufig als Volleyballerschulter bezeichnet.

Oftmals kommt es auch zu einer Reizung eines Schleimbeutels, welcher als Puffer zwischen dem Schulterdach und der Sehne liegt. Komplex wird das Krankheitsbild auch dadurch, dass gut trainierte Muskeln eine Kompression eines Nervens am Schulterblatt auslösen können, welche dann zu Problemen in der Außendrehung der Schulter führen.


Ist das nur bei Volleyballern typisch?

Die genannten Verletzungen und Überlastungen können bei allen Überkopfsportarten auftreten. Dazu zählen unter anderem auch Schwimmen, Basketball, Tennis, Badminton.

Was sind Warnsignale für eine Überlastung?

Das häufigste Warnsignal ist der Schmerz. Dieser tritt oftmals initial während der Belastung, insbesondere bei Angriffsbällen Überkopf auf. Ursache könnte eine leichte Überlastung des Schleimbeutels sein. In diesem Fall sollte eine kurze Pause (3-5 Tage) eingelegt werden. Treten die Schmerzen nicht nur initial, sondern auch in Ruhe auf ist eine weiterführende Diagnostik zum Ausschluss struktureller Verletzungen ratsam.

Welche Diagnostik wird angewendet?

Am Anfang steht eine genaue Befragung zum Verletzungsmechanismus / Verletzungshergang oder zu möglichen Überlastungen. An die ausführliche Befragung schließt sich eine Untersuchung der Halswirbelsäule und der Schulter an. In 80% der Fälle kann dabei schon eine Diagnose oder zumindest eine Verdachtsdiagnose gestellt werden. Weitere Verfahren sind die hochauflösende Ultraschalluntersuchung, mit welcher man insbesondere die Schulter dynamisch also in ihrer Bewegung analysieren kann. Zudem stehen Bildgebungsverfahren via Röntgen und MRT zur Befundung zu Verfügung.

Welche Therapieansätze gibt es?

Die Schulter wird wesentlich muskulär in ihrer Bewegung kontrolliert. Somit sind Physio- und Trainingstherapie immer wichtige Bestandteile jeglicher Behandlung der Sportlerschulter. Zur Lösung von Verklebung können heute kortisonfreie Injektionen angeboten werden. Biologische Verfahren finden auch bei kleineren strukturellen Schädigungen Anwendung. Für die Wiederherstellung der Belastbarkeit ist ein methodischer Trainingsaufbau von besonderer Bedeutung.

Wie kann man Verletzungen / Überlastung bei Überkopfsportarten vorbeugen?

Wie bei jedem Gelenk ist die muskuläre Kontrolle auch bei der Schulter sehr wichtig. Eine gut ausbalancierte Muskulatur ist die beste Prävention. Flexibilitätstraining zur Korrektur von Verkürzungen, insbesondere des Schultergürtels und der Brustmuskulatur ergänzt gezielte Kräftigung. Dabei sollten Dehnung und Übungen zur Ansteuerung sowie Verbesserung der Kraftbalance in einem guten Verhältnis stehen, um eine optimale Bewegung der Schulter zu gewährleisten.

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Fotos: Jürgen Scheere / VFB Suhl Lotto Thüringen

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