Peking 2022: Von Olympiaerfahrungen profitieren alle Patienten

Portrait Dr. med. Gerald Lutz

Von den Erfahrungen bei Olympia profitieren alle Patienten

Das Credo der Praxis von Dr. Lutz ist deutlich: Von seiner Erfahrung aus dem Spitzensportbereich profitieren alle seine Patienten. Kompetenz, Know-how und diagnostische Klarheit führten den Erfurter Mediziner Anfang des Jahres bereits zu seiner dritten Teilnahme als Arzt bei den Olympischen Spielen. Nachfolgend berichtet er über seine Arbeit in Peking und die Tätigkeit als Sportorthopäde.

Portrait Dr. med. Gerald Lutz
Quelle: TeamD / DOSB

Herr Dr. Lutz, wie waren Ihre dritten Olympischen Spiele für Sie?

Es waren in jeder Hinsicht besondere Spiele. Die Corona-Pandemie und das besondere Management Chinas waren sehr prägend. Die sehr stringente Organisation des Veranstalters hat für eine hohe Sicherheit gesorgt. Das olympische Dorf und alle Wettkampfstätten waren in einem geschlossenen System, im sogenannten „closed loop“. Innerhalb der Loops konnte man sich frei bewegen. Grundsätzlich bestand für alle das Risiko, im Falle einer Infektion, unter schwierigen Bedingungen isoliert zu werden. Dies führte insbesondere in den ersten Tagen nach der Ankunft bei vielen Sportlern zu einer mentalen Belastung. Diese hat natürlich auch Einfluss auf den Wettkampf und dessen Vorbereitung.

Welche Sportarten haben Sie in Peking betreut? Welche typischen Verletzungsmuster gab es?

Ich war für die lokale ärztliche Versorgung im Olympischen Dorf in der Stadt Peking Ansprechpartner des gesamten deutschen medizinischen Teams. Somit betreute ich verschiedene Sportarten am Austragungsort, zum Beispiel insbesondere Eisschnelllauf, Short Track, den Teamwettbewerb im Eiskunstlauf und die Big Air Wettkämpfe. Von der kleinen Schnittverletzungen, über Rückenprobleme oder Schulterverletzung, Prellungen und Infekten, war alles dabei.

Wie bereitet man sich als Teamarzt auf solch ein Event vor?

Neben der notwendigen fachlichen Qualifikation spielte das für die Olympischen Spiele erstellte Playbook eine große Rolle. Nichts wird bei Olympia dem Zufall überlassen, alles ist geplant und innerhalb des Deutschen Olympischen Sportbundes vorbesprochen. Neben der Logistik für Material, Medikamente sowie technische Geräte (z.B. Physiotherapiegeräte) musste auch die Kommunikation gut vorbereitet werden.

Was nehmen Sie für Erfahrungen aus Peking mit für Ihren Alltag?

Als Sportmediziner lebt man auch vom Wissenstransfer. Ob bei einer Verletzung auf olympischen Eis, oder beim Basketball in Erfurt, die Abläufe und die Struktur sind die Gleichen. Als Sportarzt ist es mir wichtig, bei jedem medizinischen Problem zunächst eine klare Diagnose zu stellen, um dann angepasst an die Situation eine maßgeschneiderte Therapie zu entwickeln. In Peking hatte ich die Gelegenheit mich mit vielen hochqualifizierten Teamärzten und Physiotherapeuten auszutauschen. Dabei habe ich einiges mitnehmen können, wovon alle meine Patienten profitieren.

Sie behandeln zahlreiche Leistungssportler bei orthopädischen Fragestellungen. Was unterscheidet den Leistungssportler vom normalen Patienten?

Leistungssportler verfügen in der Regel über eine sehr gute mentale und physische Verfassung. Im Verletzungsfall ordnen Sie der schnellen Rekonvaleszenz alles unter. Dies beinhaltet intensive ärztliche und physiotherapeutische Behandlung, teilweise mehrmals täglich. Außerdem ist die enge Abstimmung zwischen Arzt, Physiotherapeut, Trainer und Athlet mit teilweise täglichem Austausch wichtig.
Kurzum: Spitzensportler fordern höchste Qualität sofort. Dies ist auch mein Anspruch nicht nur für Topathleten, sondern für alle meine Patienten.

Was unterscheidet Sportmedizin heute von den Angeboten vor 20 Jahren?

Die diagnostischen Möglichkeiten und hier insbesondere das MRT haben sich deutlich weiterentwickelt. Außerdem ist es heute Ziel mit fast ausschließlich biologischen Therapieverfahren Spitzensportler zu behandeln. Die interdisziplinäre Teamarbeit zwischen Sportler, Arzt, Physiotherapeut, Trainer, Athletiktrainer, Sportwissenschaftler und weiteren Partnern gewinnt immer mehr an Bedeutung.

Warum ist es für sportlich aktive Menschen wichtig im Verletzungsfall auf die Erfahrung eines qualifizierten Sportarztes zurückzugreifen?

Als Sportmediziner hat man die Kenntnis der spezifischen Belastungsmuster vieler verschiedener Sportarten. So kann ein individuelles Behandlungskonzept erstellt werden, um für die sportlich aktiven Patienten schnellstmöglich wieder Bewegung zu ermöglichen. Hierfür ist auch ein funktionsfähiges, qualitativ hochwertiges Netzwerk von Bedeutung: überregionale Spezialisten, Physiotherapeuten, Osteopathen, Sporttherapeuten sowie Schnittstellen zu anderen Fachrichtungen.
Ziel ist es, für unsere Patienten eine möglichst schnelle Rückkehr in den Alltag bzw. die möglichst rasche Wiedererlangung ihrer sportlichen Aktivität zu erreichen.

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Die Privatpraxis

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